
Infektionskrankheiten:
Masern:
selten vor dem 6.-8. Lebensmonat(Immunität
in SS erworben)
Masern beginnen mit katarrhalischen(unspezifischen)
Symptomen wie Schnupfen, Husten, Bindehautentzündung
und Fieber um 39°C.
Obwohl die Kinder mit ihrer deutlichen Lichtscheu, dem
bellenden Husten und dem gedunsenen Aussehen bald ein
typisches Bild bieten, wird die Diagnose, Masern, meist
nicht vor Exanthemausbruch(Hautausschlag) gestellt.
Am 2. oder 3ten Tag des Anfangsstdiums treten fast immer
die charakteristischen "Koplik-Flecken"(weiße
"kalkspritzerartige" Flecken) an der Wangenschleimhaut
auf.
3-5Tage nach Ausbruch der Krankheit beginnt das Exanthemstadium,
zuerst hinter dem Ohr, innerhalb weniger Stunden im Gesicht.
Zu anfang noch hellrot verfärben sich diese, 3-6mm
großen leicht erhabenen Flecken, ins dunkelrote
teilweise (2 Tage später) ins bläuliche(leichter
blaustich).
Diese Flecken breiten sich im Verlauf über den ganzen
Körper aus, nach dem Kopf werden der Rumpf, die Arme
und zuletzt die Beine befallen.
Mit der Ausbreitung des Exanthems steigt das Fieber, nicht
selten über 40°C.
Die Kinder sind deutlich krank, apathisch, appetitlos
und weinerlich, durch Bindehautentzündung, den starken
Husten und damit entstehende Reizungen/Entzündungen
in den Atemwegen gequält.
Vom 3ten Tag an geht das Exanthem in der selben Reihenfolge
wieder zurück, in der es gekommen ist. Zurück
bleiben häufig bräunliche Flecke, die manchmal
noch nach 14Tagen zu sehen sind. Das Fieber sinkt ebenfalls
mit dem Zurückgang des Exanthems.
Therapie: In unkomplizierten
Fällen gilt es nur das Fieber zu senken, für
ausreichend Flüssigkeitszufuhr zu sorgen und den
Husten durch Medikamente(Hustenstillend) zu lindern. In
seltenen Fällen kommt es zu Mittelohrentzündungen
und Bronchitiden, diese bedürfen einer antibiotischen
Behandlung.
Grippe
(alle
Alterstufen betroffen)
Im Kindesalter spielen sich die meisten
Infektionen an den Luftwegen ab, bevorzugt in den Herbst
- und Wintermonaten.
Es gibt verschiedene Grippe-Erreger, die Grippe hervorgerufen
durch Influenzavirus, durch Parainfluenzavirus, durch
RS-Viren oder Adenoviren.
Am häufigsten sieht man die Grippe hervorgerufen
durch Influenzaviren.
Das Fieber steigt unter Schüttelfrost rasch an, die
Kinder haben Kopf-, Rücken-, Kreuz - und Gliederschmerzen.
Zum Gefühl des wunden Halses und den Schmerzen hinter
dem Bru´stbein kommt ein quälender, hartnäckiger
trockener Husten dazu.
Es kann jederzeit zu Komplikationen kommen, wie Grippekrupp(plötzliche
Atemnot durch Anschwellung der Schleimhäute im Rachenraum),
Pneumonien(Lungenentzündung) und Luftröhrenentzündungen/Brochitis.
Therapie: Sympthomatisch, das heißt
Fiebersenkung, Hustenstillende Medikamente, ausreichende
Flüssigkeitszufuhr, bei Komplikationen antibiotische
Behandlung.
Rotaviren
(bis
zum Alter von 2Jahren)
Rotaviren sind der häufigste Durchfallerreger
bis zum Alter von 2Jahren.
Es kommt zu Erbrechen und Durchfall, welcher einen typischen
Geruch hat(für Pflegepersonal leicht zu erkennen)
Therapie:
Fieber und Durchfall sind selten behandlungsbedürftig,
der Hauptaugenmerk ist auf die Dehydratation(Austrocknung)
gerichtet. Bei Säuglingen und Kindern, die keinerlei
Nahrung/Flüssigkeit bei sich behalten, wird ein Tropf
gelegt, um die Flüssigkeitszufuhr aufrecht zu erhalten
und den Verdauungstrakt zu entlasten.
Bei nicht ganz so extremen Fällen, ohne Krankenhausaufenthalt,
führt man einen langsamen Nahrungsaufbau durch.
Erster Schritt ist eine Nahrungskarenz(Nahrungsstop),
für einige Stunden, dann wird langsam Fencheltee
gereicht, am besten ungesüßt. Wenn dies vertragen
wird, füttert man Babies statt der gewohnten Flaschennahrung,
Reisschleim, die mehr und mehr mit derg ewohnten Nahrung
angereichert bzw. dadurch ersetzt wird.
Größere Kindern, die schon feste Nahrung zu
sich nehmen können, reicht man zerdrückte Banane
mit Zwieback und Tee(alles zusammen) als Brei oder Banane
pur, aber bitte gut kauen lassen! Später dann Weißbrot
getoastet mit Banane, Salzstangen o.ä.
Infektion
durch Pilze
Hier ist vorallem auf den Erreger einzugehen,
der weit verbreitet bei Säuglingen ist.
Candida albicans
Dieser Pilz breitet sich vorallem auf den Schleimhäuten
im Mund und im Windelbreich aus und kann so Mundsoor und/oder
Windeldermatitis hervorrufen.
Der Pilz zeigt sich im Mund auf der Wangenschleimhaut
und der Zunge durch einen fleckigen weißen Belag,
der nicht zu entfernen ist.
Im Windelbreich löst er starke Reizungen aus, der
Genital/Analbreich ist stark gerötet, empfindlich,
teilweise offen und nässend.
Therapie:
Bei Mundsoor wird dem Kind/Baby nach jeder Mahlzeit
eine Paste, Infectosoor, in den Mund geschmiert.
Bei, durch C. albicans hervorgerufener, Windeldermatitis
muss der Windelbreich gut gepflegt werden. Häufiges
Windeln wechseln, eine spezielle Salbe, Candio Hermal,
muss aufgetragen werden. Zum Reinigen des Windelbereiches
empfiehlt sich klares Wasser, keine Feuchttücher.
Das kind eine weile ohne Windel liegen zu lassen, sozusagen
an der frischen Luft, hilft ebenfalls, diese schmerzhafte
Infektion zu bekäpfen und Symptome zu lindern.
Pseudokrupp
(ältere
Säuglinge und Kleinkinder)
Beim Pseudokrupp kommt es, meist in den
Abendstunden oder nachts, zu einem bellenden Husten, der
je nach Schweregrad, von einer mehr oder weniger stark
ausgeprägten inspiratorischen(beim Einatmen) Atembehinderung
mit Stridor(pfeifendes Atemgeräusch) gefolgt werden
kann.
Ursache dieser Erkrankung ist eine Wirusinfektion, vorallem
mit Parainfluenza-Viren.
Wenn die Kruppsymptomatik häufiger auftritt, kann
man von einem Allergiegeschehen ausgehen.
Therapie:
Frischluft, was heißt, mit dem Kind sofort an
die frische Luft zu gehen, meist hilft schon, sich an
das offene Fenster zu stellen.
Wenn dies nicht zum Erfolg führt, hilft die Gabe
von Prednison(Rectodelt Zäpfchen), Inhalation mit
Kochsalz, eventuell mit Zugabe von Adrenalin.
Windpocken
(meist
Kinder zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr)
Bei Windpocken kommt es ziemlich plötzlich
zu einem Auftreten von Hauterscheinungen ohne wesentliche
Vorboten.
Es kann ein paar Tage vor dem eigentlichen Ausbruch der
Erkrankung zu einem kleinfleckigem, scharlachartigem "Vorexanthem"
mit leichtem Fieber kommen, das aber maximal 1 Tag anhält.
Das eigentliche Exanthem tritt mit gleichzeitigem Fieberanstieg
rasch an Stamm, behhartem Kopf und Gesicht auf und besteht
aus oberflächlichen, streichholzkopfgroßen
Bläschen, die sich aus 2-3mm großen Knötchen
entwickeln und oft heftig jucken.
Sie haben einen wasserklaren Inhalt und sind von einem
roten Saum umgeben.
Durch die schubweise Entwicklung des Exanthems findet
man nebeneinander kleine rote Knötchen, frische Bläschen
und abtrocknende.
Das Exanthem ist am dichtesten am Rumpf, weniger befallen
sind die Extremitäten.
Im Gesicht kommt es fast immer zu Bläschenbildung,
die Rachenschleimhaut, die Bindehäute und Genitalschleimhäute
weisen auch in einigen Fällen einen Befall auf.
Durch den Befall der Rachenschleimhaut kommt es zu Schmerzen,
wodurch die Kinder meist nicht essen wollen.
Nach einigen Tagen trocknen alle Bläschen aus, die
Krusten bleiben allerdings noch 7-10Tage, sind aber nicht
infektiös.
Der Krankheitsverlauf gestaltet sich afibril, das heißt
ohne Fieber.
Therapie: Bei unkomplizierten
Krankheitsverläufen steht die sympthomatische Behandlung
im Vordergrund, wie Linderung des Juckreizes und die Verhütung
von Infektionen.
Sondererkrankungen
ohne infektiöse oder chirurgische Ursache
Dreimonatskoliken
(2.-15.
Lebenswoche)
Betroffene Säuglinge schreien während
und nach der Fütterung auf und zeigen Unruhe. Bei
den oft lang anhaltenden Schreiphasen bringt Zuwendung
nur geringe Besserung. Der Bauch des Säuglings ist
meteoristisch(Ballonhaft) gebläht.
Die Ursache dieser Dreimonatskoliken sind letztlich ungeklärt.
Zum einen könnte die reifende Darmmotorik, zu große
Trinkmengen und das "Luft schlucken" Ursache
sein.
Therapie:
Die Therapie besteht darin, die Eltern über die
Harmlosigkeit des Symptomes aufzuklären. Selten sind
Sedierung(Beruhigungsmittel wie Protazin) oder entblähende
Medikamte(Sab simplex) notwendig.
Chirurgische
Erkrankungen
Hernien
(Neugeborene
- Säuglingsalter)
Nabelhernien sind im ersten Lebensjahr
häufig, so auch indirekte(mit Austritt vom Darmgewebe)Leistenhernien.
Nabelhernien enstehen durch unvollständigen Verschluss
des Nabelringes.
Da sie sich fast immer spontan im ersten Lebensjahr zurückbilden
und schließen, müssen sie selten operiert werden.

Bei Leistenhernien kann durch eine Bruchpforte
Darmgewebe in den Bruchsack gelangen.
Bei Mädchen ist dies durchaus gefährlicher,
da sich Teile von den Eierstöcken in den Bruchsack
stülpen können und dort mit dem umliegenden
Gewebe verkleben(beteiligte Eirstöcke können
bei einer OP meist nicht mehr gerettet werden).
Wenn Darm im Bruchsack zu tasten ist und dieser sich nicht
zurückdrücken lässt, spricht man von einer
inkarzerierten Hernie. Damit besteht die Gefahr der Darmwandnekrose(Absterben
der Darmwand) und Peritonitis(Bauchfellentzündung).
Jede Leistenhernie sollte daher bald operiert werden.

Reflux
(Säuglingsalter)
Als Reflux bezeichnet man das Zurückfließen
des Mageninhalts in die Speiseröhre.
Die Säuglinge spucken viel, es läuft zeitweise
die Nahrung wieder aus dem Mund.
Ursachen hierfür gibt es viele, die verbreiteste
hat ihren Ursprung in der Anatomie.
Der Winkel zwischen Speiseröhre und Magen(dem oberen
Teil) ist größer, als er sein sollte, dadurch
fließt ein Teil der Nahrung wieder zurück in
die Speiseröhre.
Diese anatomische Begebenheit verwächst sich mit
der Zeit zum Normalen.
Therapie:
Der Säugling sollte etwas höher gelagert
werden, um ein Zurückfließen der Nahrung zu
verhindern. Die Nahrung kann zudem angedickt werden und
sollte in mehreren kleinen Portionen gefüttert werden.
Ein häufiges "bäuern" ist auch von
Nutzen.
Pylorusstenose
(Säuglingsalter)
Bei der Pylorusstenose erbricht der Säugling
im Schwall( im hohen Bogen, große Mengen), nach
der Fütterung. Er ist unruhig, schreit viel und will
nicht recht gedeihen.
Grund ist eine Verengung des Mageneinganges, welche angeboren
ist.
Therapie: Diese Erkrankung kann nur
operativ behoben werden.