

Stillen
& Fläschchen:
Vorteile
des Stillens:

Viele
Mütter haben Angst, dass das Baby durchs Stillen
nicht satt wird. Anfangs ist es auch so, die ersten
Tage nach der Geburt brauchen die Milchdrüsen um
sich auf Milchproduktion umzustellen, je öfter
sie das Baby anlegen und es trinkt, desto schneller
kommt die Milchproduktion in Gang. Nachfrage
regelt das Angebot.
Die
Milch die das Baby in den ersten Tagen bekommt nennt
man Kolostrum. Dies ist die wichtigste Nahrung die das
Baby bekommen kann, denn das Kolostrum enthält
ungefähr doppelt so viele Kalorien, Mineralstoffe
und Eiweiß wie die normale Muttermilch aber nur
etwa halb so viel Zucker. Außerdem ist eine enorme
Menge ungesättigte Fettsäuren enthalten, was
der Gehirnentwicklung zugute kommt. Weiterhin schenkt
das Kolostrum dem Kind erhebliche Abwehrkräfte
gegen Krankheiten und einen antiseptischen Schutzstoff
der die Magen-Darm Wände überzieht und so
die Anfälligkeit für Infektionen und Nahrungsmittelsensibilität
stark herabsenkt.
Nach
einigen Tagen bekommt das Kind die sogenannte Übergangsmilch
welche eine Mischung aus Kolostrum und normaler Muttermilch
ist. Der Milcheinschuss kann sehr unangenehm und schmerzhaft
sein, da die Milchdrüsen stark durchblutet und
angeregt werden. Die Brüste werden in dieser Zeit
prall, sehr heiß und scheinen übergroß.
Um
die zweite Woche herum versiegt das Kolostrum und das
Baby bekommt nun die reife Muttermilch. Diese enthält
rund 150 verschiedene Fettsäuren und ca 40 mal
mehr Mehrfachzuckerverbindungen als Flaschennahrung.
Die
Muttermilch ist für Baby eine ganze Mahlzeit und
besteht aus der Vorspeise (Vordermilch) Hauptspeise
(Hauptmilch) und Nachspeise (Hintermilch) und schmeckt
jedes mal etwas anders, sie brauchen sich also keine
Sorgen machen, dass die Muttermilch zu eintönig
ist.
Kann
oder möchte man aus irgend einem Grund Baby nicht
stillen aber dennoch nicht auf den Schutz der Muttermilch
verzichten ist die zweite Möglichkeit sich eine
Milchpumpe zu besorgen und abzupumpen.
Dabei ist es relativ egal, ob es eine Handpumpe ist
die an ihren rhytmus angepasst arbeitet oder eine elektrische
Pumpe die wesentlich ausdauernder ist, welche Sie nehmen
hängt alleine von ihnen ab.
Möchte
man jedoch nicht so eingespannt sein oder produziert
man keine Milch kann man noch immer auf Babynahrung
aus fertigem Milchpulver umsteigen. Dabei gibt es zu
beachten, dass die Nahrung immer frisch zubereitet werden
muss da sich sonst Keime bilden, dass exakt auf die
Dosierung des Pulvers geachtet wird, da es sonst zu
gesundheitlichen Schäden (Erbrechen, Durchfall,
Verstopfung, Koliken...) kommen kann und darauf, dass
man für allergiegefährdete Kinder möglichst
HA-Nahrung verwendet um das Risiko der Allergiebildung
so gering wie es nur geht zu halten.
Egal
ob man stillt oder mit dem Fläschchen füttert,
es ist absolut unnötig und für das Baby kaum
wünschenswert, wenn Tees (außer ungesüßter
Fenchel-Kümmeltee bei Koliken) gegeben werden oder
der Kindliche Organismus mit Säften belastet wird
Die
erste Beikost:
frühestens ab dem vollendeten 4. Monat
-
Der
erste Brei:
Zunächst ersetzen sie nur 1 Flaschenmalzeit
durch Brei. Die meisten Mütter wählen
dafür die Mittagsmalzeit. Welche Mahlzeit Sie
ersetzen bleibt ihnen überlassen, doch wenn
sie den Brei Abends geben achten sie darauf, ihn
etwa 2 Std. vor dem Zubettgehen zu geben
-
Der
zweite Brei:
Etwa 4-5 Wochen nach dem akzeptieren des Babys der
Nahrung können sie eine weitere, zumeist die
Abendmalzeit durch einen Milchbrei mit Getreide
und Obstmus ersetzen. Ist das Kind Allergiegefährdet
nutzen sie zum anrühren des Breis Muttermilch
oder Hypoallergene Flaschennahrung. Reisbrei ist
ebenfalls allergenarm.
-
Der
dritte Brei: Dies
ist zumeist die Nachmittagsmalzeit, die ca. 8-10
Wochen nach der Milchbrei-Mahlzeit eingeführt
wird. Sie sollten hier einen Getreide-Obst Brei
wählen. Oder einfach ein Obstgläschen.
Verzichten sie darauf jetzt schon Quark, Joghurt
ect. zu geben. Babys Organismus ist solchen Eiweißmengen
nicht gewachsen.
-
Die
erste halbfeste Kost: Mit etwa 9 Monaten
kann Baby auch Nahrung zu sich nehmen die nicht
ganz so fein püriert ist. Sie können ihm,
wenn es danach verlangt ruhig etwas vom Tisch geben.
Aber bitte darauf achten, dass die Nahrung nicht
stark gewürzt, sehr fettreich oder blähend
ist. Verzichten sie darauf, gebratene oder frittierte
Speisen zu geben.
-
Fingerfood:
Mit ca. 10 Monaten, wenn Baby sein Essen
erleben möchte geben sie ihm ein Stück
geschälten Apfel oder ein Stück Banane.
Brot, Breze, Kekse ect. sind
als Zwischenmahlzeit ungeeignet
Nun
hat Baby mindestens 4 volle Monate, besser noch ein
halbes Jahr nichts anderes bekommen als Milch, Milch
und nochmals Milch. Jetzt wird es langsam Zeit für
die erste Beikost.
Wann
kann man mit Beikost beginnen:
Für
die ersten Futterversuche empfiehlt sich ein Ärmellätzchen
oder ein übergroßes Schlupflätzchen
da es hier eigentlich keine Flecken auf der Babykleidung
gibt.
Brei
darf nur vom Löffel gegeben werden, das ist sehr
wichtig, da die Verdauung durch das einspeicheln bereits
im Mund beginnt und das Verdauungssystem ansonsten überlastet
wird z.B. wenn der Brei aus der Flasche gefüttert
wird!
Die
Einführung der Beikost sollte spielerisch und keinesfalls
unter Zwang erfolgen, es ist jedoch nicht nötig eine
vollständige Artistennummer während des fütterns
aufzuführen. Der Raum sollte ruhig sein und es sollte
eine entspannte Atmosphäre herrschen. Auch sollte
Anfangs nicht mit sehr hungrigen Babys angefangen werden,
denn Baby versteht noch nicht, weshalb immer nur sollche
Miniportiönchen kommen und die Nahrungsquelle dann
plötzlich wieder weg ist. Immerhin ist es gewöhnt
die Nahrung über einen längeren Zeitraum zu
Saugen.
Fangen
sie zunächst mit nur wenigen Löffelchen einer
besonders milden Sorte an. z.B. Apfel.
TIPP:
Wenn sie nicht gleich mit Gläschenkost
beginnen möchten geben sie Baby über 1 oder
2 Wochen immer wieder Reisflocken (Reisschleim) ins Fläschchen,
damit es sich an den Geschmack gewöhnt ( nützlicher
Nebeneffekt: Sättigt sehr gut) und fangen sie dann
mit angerührtem Reisbrei aus eben diesen Flocken
an zu füttern. So wird Baby nicht vom Geschmack überrascht
und kann sich besser auf das vom-Löffel-Lutschen
konzentrieren. Nach und nach können sie dann Obstgläschen
in den Brei mischen und schließlich umsteigen.
Anfangs
wird Baby den Brei vom Löffel saugen oder lutschen.
Ganz wichtig: Zwingen sie ihr kleines Niemals dazu etwas
zu essen das es nicht mag. Auch wenn es frustrierend ist,
aber Babys haben einen sehr ausgeprägten Geschmackssinn.
Lassen sie sich beim Füttern viel Zeit, da Baby dieses
"NEUE" erstmal mit Lippen, Zunge, Augen und
Händen erkunden muss.
Kaum
ein Baby ist von anfang an freiwillig auch Gemüsegläschen.
Mischen sie einfach etwas aus dem Apfelgläschen darunter
damit es süß schmeckt und reduzieren sie den
Fruchtanteil im Gemüseglas nach und nach.
Egal
welches Gläschen oder welchen Brei sie geben. Rühren
sie noch 1/2 - 1 TL hochwertiges Öl darunter damit
die fettlöslichen Vitamine vom Körper aufgenommen
werden können.
Wenn
sie die Beikost selbst kochen achten sie möglichst
darauf, Bio-Gemüse zu verwenden oder nehmen sie Tiefkühl-Gemüse
da dieses oft frischer als das aus der Gemüsetheke
und besser kontrolliert ist.
Zur
Beikost muss jetzt neben der Milchnahrung noch zusätzlich
Flüssigkeit gegeben werden. Diese am besten in abgekochtem
Wasser oder ungesüßtem Tee. Achten sie gerade
bei instant-Tees auf die Zusammensetzung. Vermeiden sie
es nur "stuhlfestigende" Gläschen zu geben.
Baby
wird den Brei oder die Gläschenkost vermutlich sobald
diese im Mund ist mit der Zunge wieder hinaus schieben.
Das ist normal und ein überlebenswichtiger Reflex.
Auch wird es sich zunächst weigern den Mund wieder
zu öffnen oder sich Schütteln. Seien sie geduldig,
zwingen sie Baby nicht zum essen, versuchen sie es einfach
am nächsten Tag erneut. Oft braucht ein Baby 8- 10
Tage, bis es weiß, dass es den Brei essen kann und
das Nahrungsmittel akzeptieren.
Die
Konsistenz und der Geschmack des Breies sind etwas neues
für ihr Kind. Lassen sie zu, dass es den Brei im
Mund mit den Fingerchen ertastet, prustet, blubbert. Gut,
dass sie ein riesen-Lätzchen haben, oder? :-) Aber
keine Sorge, dieses rumgeschmiere dauert nur so lange
an, bis Baby sich an das Essen gewöhnt hat, dann
wird es immer gierig seinen Schnabel aufsperren.
Viele
Babys reagieren auf die ungewohnte Nahrung mit Bauchweh
oder Blähungen. Das Verdauungssystem muss sich erstmal
an die Umstellung gewöhnen. Sind die Schmerzen allerdings
sehr schlimm stellen sie die Beikostfütterung ein
und versuchen sie es in 2-3 Wochen erneut. Reagiert ihr
Baby immer darauf halten sie Rücksprache mit ihrem
Kinderarzt.

Jedoch
sollten sie beim Füttern auch Rücksicht auf
Babys Bedürfnisse nehmen:

Nun
verträgt ihr Kind bereits fast alles was der Familientisch
zu bieten hat, doch sollten sie weder gezuckerte, gesalzene,
scharfe, fettige oder gewürzte Speisen geben, auch
auf Blähende Kohlsorten und Bohnen sollte noch verzichtet
werden. Wer seinen Speiseplan nicht umstellen möchte
kann auch auf Kleinkindermenüs zurückgreifen
die im Handel in verschiedenen Ausführungen erhältlich
und optimal auf das Kind zugeschnitten sind.
Das
Kind sollte nun täglich etwa 1 Liter Wasser, ungesüßten
Tee oder Fruchtschorlen mit ungesüßten Säften
trinken.
Und
irgendwann ist sie unweigerlich gekommen, die Zeit in
der man den Löffel abgiebt und zwar bildlich gesehen
an das Kind. Erwarten sie nicht, dass ein besonderer Löffel
in Babys Hand gleich dafür sorgt, dass das Essen
im Mund des kleinen landet. Viel mehr sollten sie alles
im Umkreis von 3 Metern mit Folie abkleben denn Essen
fliegt gut und klebt noch besser. Am Liebsten hält
sich Essen spätestens dann auf Kleidung, in Haaren
und sogar hinter Ohren auf. Das lässt sich nicht
völlig verhindern, aber wenigstens teilweise. Seien
sie ihrem Kind ein Vorbild. Essen und trinken sie nicht
im stehen oder laufen, setzen sie sich dazu an den Tisch,
demonstrieren sie Tischmanieren und zeigen sie immer wieder,
wie der Löffel / Die Gabel zum Mund geführt
wird und darin verschwindet. Es ist zwar wichtig für
ihr Kind, dass es das Essen mit den Fingern ertastet und
etwas damit spielt, das gehört zum normalen Lern-
und Entwicklungsprozess, doch tolerieren sie nicht alles.
Loben sie wenn das Kleine einen Löffel zielsicher
und ohne Geschmiere im Mund plaziert, aber ein deutliches
NEIN sollte unbedingt angebracht werden wenn das Kleine
es übertreibt. Tischmanieren sind sehr wichtig, fangen
sie früh damit an.
Im
Idealfall bekommt ihr Kind jetzt 5 Mahlzeiten. Frühstück,
Mittagessen & Abendessen sowie je Vormittags &
Nachmittags 1 kleine Zwischenmahlzeit wie z.B. Obst oder
Gemüseschnitzen oder ein Obstgläschen. Süßigkeiten
sollten eine Ausnahme sein. Schokolade, Kekse ect. dürfen
nicht immer zur Verfügung stehen und nur ab und zu
z.B. als Belohnung gegeben werden. Obst ist viel besser
als Süßspeise geeignet.
Geben
sie so wenig wie möglich Fertigkost wie Pizza, Pasta
und andere bereits vorbereitete Gerichte. Diese enthalten
u.a. Geschmacksverstärker, Fett, Salz, Zucker...
Das ist absolut Ungesund für ihr Kind!
Ernährungsplan
fürs 2te Lebensjahr:
- Getränke:
Muttermilch // Milch (wenn sie vertragen wird und keine
Allergiegefährdung vorliegt) // Folgemilch // ungesüßte
Tees // Wasser // milde Schorlen // Säfte ohne
Zuckerzusatz
- Frühstück:
Brot ( am besten Vollkorn) mit dünnem Belag Margarine
oder dünn Butter, fettarme Wurst & Käse
// Brei // Haferflocken (können auch mit Muttermilch,
Ziegenmilch oder Folgemilch angerührt werden)
- Hauptnahrungsmittel
Mittag- und Abendessen:
1 Ei pro Woche ( gilt für alles was an Nahrung
gegeben wird! Das kann z.B. Rührei ect sein ) //
5x pro Woche Kartoffeln // andere Gemüse // Nudeln
// Reis // abwechselnd 1x pro Woche See-, Fluss- und
Meeresfisch ( keine Fischstäbchen!) // Baby &
Kleinkind-Fertigmenues (ohne Zucker, Salze, Konservierungsstoffe)
// Mageres Fleisch z.B. Pute, Hühnchen, Kalb...
- Milchfreie
Zwischenmahlzeiten:
Idealer Weise Rohkost: Obst & Gemüse als Fingerfood//
Zwieback // belegtes Brot // Vollkornkekse // Obst-Getreide-Brei
// Rice-Crispies ohne Schokolade
- Süßigkeiten
& Leckerlis:
Rosinen // Vollkornkekse // Gemüsestückchen
mit Dip // Früchte und Obst als Fingerfood // Trockenfrüchte
Ernährung
bei Allergiegefährdung
Leider
ist heutzutage jedes Kind grundsätzlich Allergiegefährdet.
Ein erhöhtes Allergierisiko besteht allerdings, wenn
einer oder beide Elternteile oder eine Person in der nächsten
Verwandtschaft (Oma , Opa...) Allergien hat. Es sollte
gerade dann darauf geachtet werden, nich den Ausbruch
einer Allergie zu provozieren.
Ernährungsplan
für allergiegefährdete Babys und Kleinkinder:
Im
ersten Lebensjahr:
- Muttermilch
ist der beste Schutz vor Allergien. Mindestens 4 Monate,
besser 6 Monate. Neueste Studien haben allerdings erwiesen,
dass Stillen über den 6ten Monat hinaus sogar ein
erhöhtes Allergierisiko birgt.
- Wenn
nicht gestillt oder Abgepumpt werden kann sollte unbedingt
HA-Nahrung gegeben werden
- Auch
bei Brei oder Gläschenkost muss
darauf geachtet werden, dass die Nahrung Hypoallergen
bzw. Allergenarm ist, Glutenfrei.
- Die
Einführung neuer Lebensmittel
muss langsam und unter Beobachtung erfolgen
- Im
ersten Lebensjahr keine Molkereiprodukte
geben ( Kuhmilch, Käse, Butter ect..)
- Keine
Joghurt oder Quarkspeisen
- Milchfreie
Brötchen, am besten Vollkornbrot ohne
Weizen
- Milchfreie
Brotbeläge
- Milchfreie
Breis
- Auf
Eier und Mehlspeisen bis zum 2. Lebensjahr
verzichten
- Nudeln
ohne Ei und Weizen
Ab
dem ersten Geburtstag:
- Jetzt
darf langsam Butter und Rahm eingeführt
werden
- Milchhaltiges
Gebäck z.B.
Kuchen, Kekse ect. und Sahne
- Käse
(aber nur wenig und unter Beobachtung)
Mit
1,5 Jahren:
- Fisch
darf nun langsam eingeführt werden
- Citrusfrüchte,
aber nur wenig und vorsichtiges gewöhnen
Ab
dem 2. Geburtstag:
- Nüsse
dürfen vorsichtig probiert werden
- Jetzt
kann man langsam anfangen Eier zu geben.
Es sollte jedoch nie mehr als 1 Ei pro Woche sein, incl.
allem Ei das in Mehlspeisen und Nudeln ect. enthalten
ist.